CHOPIN-GESELLSCHAFT HANNOVER e.V.

 

SPRENGEL MUSEUM HANNOVER

„Chopiniade“ : Klavierabend mit Text

19. November 2005

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Colleen Lee, Ausnahmepianistin, und Burkhard Wetekam, wortmächtiger Musikreporter, zogen dasAuditorium vollständig in ihren Bann. Colleen Lee, indem sie die schönsten Werke Chopins meisterhaft vortrug, und Burkhart Wetekam, indem er Frédéric Chopin und Johann Sebastian Bach, auf einer Wolke sitzend, höflich und anerkennend gegenseitig über die kompositorischen Fähigkeiten des Anderen urteilen liess.  Colleen Lee kam kurz vorher aus Warschau zurück, wo sie sich einen famosen 6. Preis beim Chopin-Wettbewerb erspielt hatte. Unter den ersten 6 Gewinnern (bei über 300 Kandidaten!) gibt es keine grossen Unterschiede. Das war einem sofort klar, als sie mit der Fantaisie op. 49 begann. Sie bestach durch eine perfekte Dramaturgie. Unter den 6 Préludes, die dann folgten, war auch das, welches Alfred Cortot ‚Wettlauf zum Abgrund’ nannte. Selbst bei stürmischem Tempo artikulierte sie gestochen scharf. Grossartig vorgetragen und gestaltet: die Polonaise-Fantaisie op. 61. Hier fächerte sie ein begeisterndes Sortiment von Klängen und Farben auf. Als Höhepunkt und Abschluss des Programms wählte sie Chopins unvergleichlich aufregende h-moll-Sonate mit dem stürmischsten Finale, das Chopin je komponierte. Der todkranke Komponist sang hier einen Hymnus auf das Leben. Colleen Lee steigerte dynamisch, griff immer machtvoller in die Tasten, bis an die Grenze der Erschöpfung. Das Publikum verbarg nicht seine Begeisterung. Auch Hannoveraner können bravo! rufen – und taten es. So schenkte Colleen Lee uns noch 2 Zugaben, das Nocturne H-dur op. 62/1 und die Etüde e-moll op. 25/5.

© Chopin-Gesellschaft Hannover e.V.