CHOPIN-GESELLSCHAFT HANNOVER e.V.

19. Open Air Konzert Im Georgengarten vor dem Wilhelm Busch Museum 2. September 2007

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CHOPIN MIT LACHS UND BORDEAUX
Hannoversche Allgemeine 3. September 2007

Jedes Jahr dieselbe Frage: Wird es regnen oder nicht? In den vergangenen 18 Jahren blieb es zumeist trocken. Und auch in diesem Jahr, beim 19. Open-Air-Konzert der hannoverschen Chopin-Gesellschaft, zeigte sich die Wettergötter einigermaßen gnädig. Bedrohlich dunkelgraue Regenwolken schwebten zwar von Anfang an über der großen Wiese vor dem Wilhelm-Busch-Museum, kurz vor Schluss fielen gar ein paar Tropfen, aber das konnte die rund 4000 Klassik-Fans nicht am Bleiben hindern. Schließlich lässt sich nirgendwo sonst in der Landeshauptstadt hehre Kunst derart zwanglos mit leichter Lebensart verbinden. Präpariert mit einer weichen Decke, einem warmen Pulli, einer Thermoskanne Tee, alternativ einem wohltemperierten Bordeaux, Käse, Lachs, frischem Obst und anderen Leckerein lässt es sich selbst bei nicht ganz so makelloser Witterung bestens aushalten.

Auch Sookie Schober, seit zwei Jahren Präsidentin der Chopin-Gesellschaft, wurde durch das Klassikpicknick auf den Geschmack gebracht: „Das war vor 16 Jahren. Ich war so begeistert, dass ich noch während des Konzertes der Chopin-Gesellschaft beitrat.“ Derartige Effekte erhofft sich Schober auch bei anderen Besuchern: „Es wäre schön, wenn unser Open-Air-Konzert vor allem bei jungen Menschen die Lust auf Klassik wecken und sie neugierig auf unsere regulären Konzerte machen würde.“

Und das sollte angesichts der gebotenen Qualität ein Kinderspiel sein: Im ersten Teil ließ das Junge Sinfonieorchester Hannover (Leitung: Tobias Rokahr) in Bernsteins spritziger „Candide-Ouvertüre“ und Gershwins „Strike up the Band“ gehörig die Muskeln spielen, um nach der Pause ernsthaftere Töne anzuschlagen: Erst mit Haydns berühmten Trompetenkonzert (der souveräne Solist Andreas Sichler) und schließlich mit Sergej Rachmaninows blut- und glutvollen „Paganini-Rhapsodie“ für Klavier und Orchester. Ein Hörgenuss auf auch international höchstem Niveau: Die feurig-farbintensiven Anschlagskünste der US-amerikanischen Tastenzauberin Gwhenyth Chen.
Daniel Behrendt

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