CHOPIN-GESELLSCHAFT HANNOVER e.V.

Frédéric Chopin Ein musikalisch-literarisches Portrait im Alten Rathaus Hannover 10. November 2007

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Ein unvergessliches Erlebnis konnten wir im November geniessen. Das koreanisch-deutsche Ehepaar, die Pianistin Sung-Hee Kim-Wüst und ihr Mann Hans Werner Wüst, boten uns ein musikalisch-literarisches Portrait von Frédéric Chopin.

Sung-Hee Kim-Wüst wurde 1971 in Seoul/Südkorea geboren, wurde frühzeitig musikalisch erzogen und studierte ab 1988 in Europa, lange Zeit in Köln, dort auch bei Pavel Gililov. Ihr Mann Hans Werner Wüst ist sehr vielseitig: gelernter Bankkaufmann, erfolgreicher Finanz- und Immobilienmakler. Nebenher spielt er auch meisterhaft Klavier und war 1995 sogar Preisträger beim ‚Internationalen Klavierwettbewerb Varenna’ in Italien.

Chopins Persönlichkeit ist von vielen Geheimnissen umgeben, da der Künstler nur selten etwas von sich selbst erzählte. Es gibt aber Quellen, die ergiebig sprudeln. Aus diesen Überlieferungen entwarf Hans Werner Wüst ein Chopin-Portrait und berichtete auf angenehme und fesselnde Weise über die wichtigsten Stationen seines Lebensweges.

Sung-Hee Kim-Wüst begleitete die Reise ihres Gatten durch Chopins Leben mit dessen Musik. Sie begann mit der mächtigen und heroischen g-moll-Ballade, deren düsteren Gesang sie wunderbar lyrisch spielte, um anschliessend die Dramatik zu steigern bis zu stampfender Wucht.

Mit zwei Nocturnes beschrieb sie sodann Chopins Jugend und Ankunft in Paris, mit fahler Melancholie das cis-moll Nocturne, später das in e-moll in fein schillernden Farben und völlig frei von übergalantem Parfum. Besonders gut gelang ihr das Fantaisie-Impromptu mit faszinierend spannungsgeladenem Spiel. Und bei der f-moll-Mazurka op. 68/4, Chopins letztkomponiertem Stück, nahmen einem die Kühle und die Traurigkeit, die aus den ersten Takten wehten, den Atem.

Horst Wiepking

© Chopin-Gesellschaft Hannover e.V.