CHOPIN-GESELLSCHAFT HANNOVER e.V.

Klavierabend Im Foyer der HANNOVER Rückversicherung AG 7. Dezember 2007

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Wettbewerbsstipendiaten mit Werken von Bach, Beethoven, Chopin und Liszt

Zwei Gewinner des Klavierwettbewerbs der Chopin-Gesellschaft präsentierten im adventlich geschmückten Foyer der Hannover Rückversicherung ein virtuoses Soloprogramm mit großem pianistischen Können. Die 1983 geborene Ester Berringer eröffnete das Konzert mit Beethovens Programmsonate „Les Adieux,“ in welcher Beethoven die zwei Spannungspole des Abschieds und des Wiedersehens und einen innigen Monolog des Verlassenen in beeindruckender Weise entfaltet. Mit stilistischer Sicherheit und klaren Konturen gestaltete die Künstlerin anschließend die zweite Sonate von Frederic Chopin. Filigran und ausgewogen die beiden schnellen Sätze und rezitierend und klangschön gelang der Mittelteil des Trauermarsches.

Mit Ravels Alborado del gracioso bedankte sich die Pianistin und überließ das Podium dem etwa gleichaltrigen David Theodor Schmidt, welcher mit Bachs Partita e-moll, wohl der bedeutendsten unter den sechs Partiten Bachs, den zweiten Teil des Konzertes einleitete. Sehr durchdacht und mit innerer Spannung nahm der Künstler sich dieses Werkes an. Besonders die Sarabande – reich an Verzierungen und pathetisch – ist eine Herausforderung für den Interpreten. Als Krönung nicht nur der sechsten, sondern aller Partiten mag die Gigue mit ihren hingeworfenen verminderten Septimen gelten, hier darf der Pianist sich nicht zurücknehmen. Ein grandioses Werk. Nach Bach eine Mazurka von Chopin zu spielen, ist vielleicht nicht ganz einfach, doch bei der Mazurka a-moll op 59 handelt es sich eher um einen ruhigen und anmutigen Tanz und ganz behutsam und eher nachdenklich als tänzerisch kostete der Künstler dieses modulationsreiche Kleinod aus. Der Hinweis auf die Entstehung des Variationswerkes „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ von Franz Liszt war zum Verständnis des nicht eben einfachen Werkes, welches den Abschluß des Konzertes bildete, sehr hilfreich. Der ergreifende Cantus firmus des Chorals steht einem verzweifelten Gefühlsausbruch gegenüber und vielleicht gibt es doch gute Gründe dafür, dass dieses schwer zugängliche Werk eher ein Schattendasein führt? Sorgfältig abgestimmt auf das Programm war die Zugabe, Bachs Choral „Herz und Mund und Tat und Leben“ aus der Kantate Nr. 147 in der glücklichen und immer wieder ergreifenden Klavierfassung von Myra Hess. Insgesamt ein stimmungsvolles Konzertereignis mit herzlichem Applaus.
Okka Mallek

© Chopin-Gesellschaft Hannover e.V.