CHOPIN-GESELLSCHAFT HANNOVER e.V.

Klaviermatinée mit Picknick im Untergut Lenthe 6. Juli 2008

2008

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Fabulierlust in pastoralem Ambiente

Das Untergut Lenthe vor den südlichen Toren Hannovers bot einen idyllischen Rahmen für eine Klaviermatinee der gehobenen Klasse.

Im ehemaligen Schafstall des Gutes spielte der 1978 in Litauen geborene Pianist Vadim Chaimovich auf Einladung der Chopin-Gesellschaft ein elegant abgestimmtes Programm und spannte einen musikalischen Bogen von Haydn über Beethoven und Chopin bis Rachmaninoff.

Die zweisätzige Haydn-Sonate Nr. 41 in B-Dur nahm der Künstler zum Auftakt locker, verspielt. Erst in den darauf folgenden zwei frühen Beethoven-Sonaten op. 14 ließ er deutliche konzeptionelle Absichten erkennen. Immer war das Hauptmerkmal ein klangschönes rezitierendes Spiel, wobei die Schlußsätze beider Sonaten durchaus, ihrem kecken, frohen Charakter gemäß, mehr Freiheiten in der Interpretation vertragen hätten.

Die drei Nocturnes op. 9, das erste der vier Impromptus und zwei Walzer op. 34 „en block“ zu nehmen, ist eine glänzende Idee und war dem Künstler als Gesamtkonzept gelungen, hielt er sich doch an sein Schema des sicheren, akademischen Spiels. Auch hier bestach klangliche Noblesse, das Herausheben der Melodiestimmen und balladenhaftes fabulieren.

Die drei folgenden Preludés von Sergei Rachmaninoff forderten das virtuose Können des jungen Künstlers, er nahm den Vortrag, technisch brillant, mit der ihm eigenen spielerischen Leichtigkeit und Eleganz.

Ein Sonatensatz Haydns aus der frühen Zeit - noch im Divertimentostil - rundete als Zugabe ein gelungenes Konzert ab und entließ das Publikum in den traumhaft schönen Park des Gutes. Hier konnten die Gäste sich an den erlesenen Köstlichkeiten des auf einer nicht enden wollenden Tafel aufgebauten Buffets delektieren.

Okka Mallek

© Chopin-Gesellschaft Hannover e.V.