CHOPIN-GESELLSCHAFT HANNOVER e.V.

Klavierabend mit dem Gewinner des Chopin Wettbewerbs 2007 im Sprengelmuseum 7. Dezember 2008

2008

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Versonnene Mazurken

Ein Klavierabend der Chopin-Gesellschaft

Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 10. Dezember 2008
Von Ludolf Baucke

Die gute Nachricht: Der Saal des Sprengel Museums war ausgebucht, als die Chopin-Gesellschaft dort in ihrem siebten Klavierabend drei Laureaten ihrer Nachwuchsförderung präsentieren wollte. Da aber zwei der jungen Künstler absagen mussten, blieb nur Hubert Rutkowski übrig. Der 1981 geborene Pianist sprang mutig in die Bresche und ließ vor allem mit erlesener Pianissimokultur aufhorchen. Schon die berühmte A-Dur-Polonaise wurde nicht vordergründig lärmend, sondern eher besinnlich als Vorspiel zu Chopins im Todesjahr 1849 skizzierten letzten Mazurken intoniert. In diesen schwang viel Melancholie mit, und durchaus folgerichtig musizierte Rutkowski die f-Moll Mazurka nicht in der nachträglich vollendeten, sondern in der bruchstückhaften Überlieferung.

Wie es hätte sein können, wenn Chopin nicht die Mittelmeerinsel Mallorca, sondern das karibische Kuba besucht hätte, verdeutlichte Hubert Rutkowski, als er Werke des ebenfalls 1810 geborenen und bis in die Neue Welt gelangten Chopin-Freundes Julian Fontana präsentierte . Dazu gehörten ausgewählte Etüden mit deutlichen anklängen an Chopin und Schumann, aber auch die Havana-Fantasie über spanische und amerikanische Themen – insgesamt liebenswürdige und spieltechnisch durchaus fordernde Piecen. Rutkowski musizierte sie als kompetenter Anwalt und kehrte dann mit seiner dritten Zugabe in Chopins versonnene Mazurkenwelt zurück.

 

Raritäten der Klavierliteratur

Okka Mallek

Zum Abschluss der diesjährigen Konzertsaison spielte der polnische Pianist Hubert Rutkowski im Sprengelmuseum selten aufgeführte Werke aus dem Umfeld Frédéric Chopins. Der Komponist Julian Fontana - Chopin in tiefer Freundschaft verbunden - und seine beiden Schüler, die Kubaner Manuel Saumell und Nicolas Ruiz Espadero, wurden im zweiten Konzertteil mit subtiler Nuancierungskunst und technischer Bravour erstmals in einem Konzert der Chopingesellschaft vorgestellt. Spanische, amerikanische  und traditionelle europäische Einflüsse kennzeichnen Fontanas Havana-Fantasie. Rutkowski brillierte hier, wie auch in den sechs Etüden aus op. 8, aufs Feinste und ließ eine große Vorliebe für die Raritäten der Klavierliteratur erkennen. Der erste Teil des Konzertes gehörte jedoch Werken Chopins, nämlich dessen Polonaise A-Dur, den vier posthum erschienenen Mazurken op. 68 und dem Fantasie-Impromptu cis-Moll. Rutkowski wählte vorwiegend ruhige Tempi, glänzte als feinfühliger Klangpoet und überzeugte durch gesangliche Phrasierung. Als Zugabe spielte er mit anrührender Schlichtheit  Fontanas a la Mazurka, eine Berceuse des berühmten Klaviermethodikers Theodor Leschetizky und  nochmals Chopins Mazurka a-moll.
                       

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