4 | Klavier­abend

Boyang Shi | DZ Bank AG


Preis­trä­ger präsen­tie­ren sich mit Höchst­leis­tun­gen.

Die Chopin-Gesell­schaft Hanno­ver, in Koope­ra­ti­on mit der DZ Bank und der Hanno­ver­schen Volks­bank, hatte die Pianis­tin Boyang Shi, 1. Preis­trä­ge­rin des Klavier­wett­be­werbs der Chopin-Gesell­schaft im Jahre 2013, die Sopra­nis­tin Nadez­da Senats­ka­ya und den Bass-Bari­ton Artem Neste­ren­ko, beide Gesangs­so­lis­ten sind Stipen­dia­ten der Hamel-Stif­tung, einge­la­den, in dem archi­tek­to­nisch eindrucks­vol­len Foyer der DZ Bank ein Konzert zu gestal­ten.  

Nach einem Begrü­ßungs­ge­tränk und herz­li­chen Worten der Haus­her­ren und der Präsi­den­tin der Chopin-Gesell­schaft konn­te das Publi­kum sich durch ein anspruchs­vol­les und kurz­wei­li­ges Klavier- und Gesang­pro­gramm führen lassen. Dabei wurden alle Erwar­tun­gen mehr als erfüllt.

Boyang Shi hatte, neben solis­ti­schen Bravour­stü­cken, mit viel Einfüh­lungs­ver­mö­gen die Klavier­be­glei­tung der Sänger über­nom­men. Die lyri­schen Lieder von Franz Schu­bert „Auf dem Wasser zu singen“ und „Der Musen­sohn“ wurden von Nadez­da Senats­ka­ya glanz­voll into­niert, wobei der beschwing­te, wiegen­de 6/8tel Takt der beiden lebhaf­ten Stro­phen­lie­der durch Boyang Shi präzi­se unter­stützt wurde. Auch mit zwei Liedern von Richard Strauß, „Die Nacht“ und „Nichts“, konn­te die Sopra­nis­tin über­zeu­gen. Ihr Stimm­vo­lu­men ist sehr beacht­lich und nuan­cen­reich. 
Mit „Wasser­flut“ und „Auf dem Fluss“ aus Schu­berts Lieder­zy­klus „Die Winter­rei­se“, hat der junge Bass-Bari­ton Artem Neste­ren­ko mit einer sehr erns­ten, span­nungs­vol­len Inter­pre­ta­ti­on dieser fast beklem­men­den Lieder­samm­lung, in der der exis­ten­zi­el­le Welt­schmerz eines einsa­men Wande­rers so eindrucks­voll darge­stellt wird, Herzen berührt. Seine Stim­me hat Wärme und Ausstrah­lung. 

Wenn ein Gesangs­paar auf der Bühne ist, bietet sich das bekann­te Duett „Là ci darem la mano“ aus Mozarts „Don Giovan­ni“ passend als Programm­punkt an, und tatsäch­lich kam der Zuhö­rer in den Genuss einer musi­ka­lisch und szenisch sehr unter­halt­sam darge­bo­te­nen Auffüh­rung dieser kecken Liebes­ver­lo­ckung. Zerli­nas koket­te Verwei­ge­rung und Don Giovan­nis Sieg gerie­ten zu einem klei­nen Meis­ter­stück.

Als hervor­ra­gen­de Klavier­so­lis­tin hat sich Boyang Shi mit Schu­berts drei Klavier­stü­cken D 964 und Chopins Balla­de Nr. 1 sowie dem Andan­te Spia­na­to et Gran­de Polo­nai­se präsen­tiert. Mit unge­heu­rer Ener­gie und klang­li­cher Viel­falt gestal­te­te Shi die Werke. Sie ist bereits Preis­trä­ge­rin namhaf­ter Wett­be­wer­be und geht einer regen Konzert­tä­tig­keit nach. 

Alle drei Künst­ler wurden mit großem Applaus bedacht und zum Abschluss bedank­te sich Boyang Shi mit einem Nocturne von Chopin.

Okka Mallek
Hanno­ver, 10. 05. 2015

Boyang Shi

wurde 1993 in China gebo­ren und begann im Alter von sechs Jahren Klavier zu spie­len. Bereits in ihrer frühen Kind­heit zeig­te sie ein gutes Gespür und außer­ge­wöhn­li­ches Talent für Musik und gab ihr erstes Solo­kon­zert im Alter von acht Jahren. Ihre Ausbil­dung erhielt sie ab 2003 am Central Conser­vato­ry of Music in Peking bei ihrem Lehrer Zhiwei Zhang. 

Seit 2010 lebt Boyang Shi in Deutsch­land und studiert an der Hoch­schu­le für Musik, Thea­ter und Medi­en Hanno­ver, zunächst beim welt­weit bekann­ten Pädago­gen Prof. Karl ‑Heinz Kämmer­ling. Nach dessen Tod in 2012 blieb sie an der HMTMH und wech­sel­te in die Klas­se von Prof. Arie Vardi.

Shi ist Preis­trä­ge­rin vieler inter­na­tio­na­ler Wett­be­wer­be. Im Jahr 2005 gewann sie den 2. Preis bei der 13. Hong Kong Piano Open Compe­ti­ti­on und erhielt auch das Tom Lee Scho­l­ar­ship. 2006 gewann sie den Sonder­preis für heraus­ra­gen­de Leis­tung beim 5. Inter­na­tio­na­len Chopin-Wett­be­werb in Peking und zwei Jahre später den 1. Preis der Ober­lin Inter­na­tio­nal Piano Compe­ti­ti­on in China. Im Jahr 2009 nahm sie an der Leeds Inter­na­tio­nal Piano Compe­ti­ti­on als jüngs­te Bewer­be­rin teil und wurde mit dem “Second Round” Preis ausge­zeich­net. Im glei­chen Jahr erwarb sie auch den 2. Preis beim Robert Schu­mann Inter­na­tio­nal Piano Compe­ti­ti­on for Young Artists und erhielt die YAMA­HA Scho­l­ar­ship. 

In Wett­be­wer­ben und bei Meis­ter­kur­sen von Paul Badu­ra-Skoda und Matti Raekal­lio wurde ihr Klavier­spiel von Exper­ten aufs Höchs­te für seine Fines­se und große Musi­ka­li­tät gelobt. 

Im Jahre 2013 gewann sie den ersten Preis beim 14. Inter­na­tio­na­len Klavier­wett­be­werb der Chopin-Gesell­schaft Hanno­ver. Ihre rege Konzert­tä­tig­keit führ­te sie seit­her rund um den Globus nach Peking, Shang­hai, Shijiaz­huang, Südko­rea, USA, Groß­bri­tan­ni­en und Deutsch­land.

Artem Neste­ren­ko

wurde am 1 Juli 1989 in Novo­si­birsk (Russ­land) gebo­ren. Mit 10 Jahren erhielt er an einer Musik­schu­le seinen ersten Gesang- und Klavier­un­ter­richt. Es folg­ten viele Erste Prei­se bei verschie­de­nen natio­na­len und inter­na­tio­na­len Jugend­wett­be­wer­ben in Russ­land. Seit 2008 studier­te er an der HMTH Hanno­ver bei Gudrun Pelker. Ab 2011 studiert Artem an der UdK Berlin bei Prof. Enri­co Faci­ni. Im Mai 2014 wurde Artem Stipen­di­at der “Walter und Char­lot­te Hamel Stif­tung” wo er auch noch den Publi­kums­preis gewann. 2014 schloss er sein Bache­lor Studi­um an der UdK Berlin ab und setzt das Studi­um nun mit dem Master bei Prof. Enri­co Faci­ni fort.

Nadez­da Senats­ka­ya

studier­te Gesang bei Prof. Markus Schä­fer und Prof. Sabi­ne Ritter­busch an der HMTMH, nach­dem sie dort bereits ihr Klavier­stu­di­um erfolg­reich abge­schlos­sen hatte. Ihre Konzert­tä­tig­keit beinhal­tet konzert­päd­ago­gi­sche Program­me, wie z.B. “Klas­sik im Klas­sen­zim­mer”. Werke der Neuen Musik, Lied, Orato­ri­en und Oper gehö­ren zu ihrem Reper­toire. Ihre regel­mä­ßi­ge Teil­nah­me an Meis­ter­kur­sen inspi­riert Nadez­da in ihrer künst­le­ri­schen Tätig­keit.

Programm

Lieder von Franz Schu­bert, Richard Strauß und Wolf­gang Amade­us Mozart
Franz Schu­bert Drei Klavier­stü­cke D. 946
Frédé­ric ChopinBalla­de Nr. 1 Op. 23
Gran­de Polo­nai­se Op. 22