4 | Mati­née­kon­zert mit Pick­nick

Jong Hai Park, Klavier; Anna Schaumlöffel, Mezzosopran - Untergut Lenthe.

Inspi­ra­ti­ons­feu­er­werk beim Mati­née­kon­zert

Das 39. Mati­née­kon­zert der Chopin­ge­sell­schaft fand dieses Jahr im Unter­gut Lenthe statt. Das Anwe­sen mit der weit­räu­mig ange­leg­ten Park­an­la­ge im engli­schen Land­schafts­stil erwies sich ideal für das anschlie­ßen­de Pick­nick der Mitglie­der und Freun­de der Chopin­ge­sell­schaft. Herr­lich ange­leg­te Garten- Räume und selte­ner Baum­be­stand bilden eine roman­ti­sche Kulis­se. Zum Glück blieb es trotz drohen­der Regen­wol­ken weit­ge­hend trocken, so dass das Pick­nick in gewohn­ter Weise unter frei­em Himmel im wunder­schö­nen Park statt­fin­den konn­te.

Das Publi­kum kam bei diesem Mati­née­kon­zert in den Genuss, mit dem Pianis­ten Jong Hai Park und der Sopra­nis­tin Anna Schaum­löf­fel gleich zwei heraus­ra­gen­de Talen­te in einem Konzert zu hören. Beide weisen ein brei­tes Spek­trum an musi­ka­li­schem Können auf, das in der Programm­ge­stal­tung seinen Nieder­schlag fand. So kann Jong Hai Park sein gefühl­vol­les kanta­bles Spiel in dem Eingangs­stück „Am Tage Aller Seelen“ von Schu­bert- Liszt unter Beweis stel­len. Bei den beiden Brahms- Liedern op. 43 Nr. 1 und op. 63 Nr. 5 beglei­tet er den Gesang sehr gefühl­voll. Sorg­fäl­ti­ge Phra­sie­rung und elegan­te Klang­kul­tur bringt er bei Franz Schu­berts „Auf dem Wasser zu singen“ zum Ausdruck. Er schafft es, die intro­ver­tier­te Klavier­so­na­te c- moll, ein Spät­werk Schu­berts, in seinem Todes­jahr 1828 kompo­niert, im fina­len Alle­gro durch sein furio­ses Spiel aufzu­bre­chen. Eine beson­de­re Leis­tung ist sowohl seine solis­ti­sche Bril­lanz, als auch seine einfühl­sa­me, wohl abge­stimm­te Klavier­be­glei­tung, die den Gesang zur Geltung kommen lässt. 

Den Höhe­punkt des Klavier­so­lo­pro­gram­mes bilde­ten die Varia­tio­nen und Fuge über ein Thema von Händel op. 24. von Johan­nes Brahms, der sie in jungem Alter von 28 Jahren kompo­niert hat. Sie gelten als der bedeu­tends­te seiner 5 Varia­ti­ons­zy­klen für Klavier zu 2 Händen. In einzig­ar­ti­ger Weise verbin­det das Werk Barock­mu­sik und Musik der Hoch- Roman­tik. Es enthält ein Sici­lia­no, eine Muset­te, einen Canon und eine Fuge. Es beginnt wie Bachs Gold­berg- Varia­tio­nen mit einer Aria, bei der der Pianist mit kraft- und klang­vol­ler Tonge­bung glänz­te. Er schaff­te es sodann, durch die Varia­tio­nen eine Span­nung aufzu­bau­en, die in einem Inspi­ra­ti­ons­feu­er­werk münde­te. 

Freun­de des Lied­ge­san­ges kamen bei dieser Mati­née voll auf ihre Kosten. Die hoch talen­tier­te Mezzo­so­pra­nis­tin Anna Schaum­löf­fel präsen­tier­te ein facet­ten­rei­ches und anspruchs­vol­les Programm mit Kunst­lie­dern und der Arie „Près des remparts de Sévil­le“ aus Carmen. Sie eröff­ne­te mit zwei Liedern von Johan­nes Brahms, „Von ewiger Liebe“ op. 43 Nr. 1 und „Meine Liebe ist grün wie der Flie­der­busch“ op. 63 Nr. 5, die ihr viel Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten boten. Sie unter­mal­te den Inhalt der verton­ten Gedich­te mit natür­li­cher Mimik und Körper­spra­che. Ein Hörge­nuss ist ihre klang­schö­ne Stim­me, die in allen Tonla­gen souve­rän und kraft­voll klingt. 

Sie vermag es, sowohl roman­tisch intro­ver­tier­te Lieder wie zum Beispiel auf Flügeln des Gesan­ges op. 34 Nr. 2 und Sulei­ka op. 34 Nr.4 als auch Opern­par­ti­en mit ihrer Stim­me zu gestal­ten und darzu­stel­len. Mit einer eindrucks­vol­len Bühnen­prä­senz hat sie das Publi­kum in ihren Bann gezo­gen.

Die Mati­née ende­te mit einer humor­vol­len Zuga­be der beiden Künst­ler.

Barba­ra Maria Krie­ger- Hartz


Die Solis­ten 

Jong Hai Park, Klavier

Jong Hai Park, gebo­ren 1990 in Seoul/Südkorea, begann seine musi­ka­li­sche Ausbil­dung mit sechs Jahren. Er studier­te an der Neigh­bor­hood Music School und an der Hartt School der Univer­si­ty of Hart­ford in den USA sowie an der Yewon Music School und an der Seoul Arts High School in Korea …weiter­le­sen

Anna Schaum­löf­fel, Mezzo­so­pran

Die aus Nord­hes­sen stam­men­de Mezzo­so­pra­nis­tin Anna Schaum­löf­fel studiert derzeit im Studi­en­gang Master Oper in der Gesangs­klas­se von Prof. Dr. Peter Anton Ling und in der Lied­klas­se von Prof. Jan Phil­ip Schul­ze an der Hoch­schu­le für Musik, Thea­ter und Medi­en in Hanno­ver. 2018 schloss sie, eben­falls in Hanno­ver, ihr Bache­lor­stu­di­um im Fach Gesang mit Best­no­te ab. …weiter­le­sen


Programm

Schu­bert-LisztLita­ney, D343
Johan­nes BrahmsVon ewiger Liebe, op. 43, Nr. 1
 Meine Liebe ist grün wie der Flie­der­busch, op. 63, Nr. 5
Franz Schu­bertAuf dem Wasser zu singen, D744
 Klavier­so­na­te Nr. 19 c‑Moll D. 958
  
Johan­nes BrahmsStänd­chen, op. 106, Nr. 1
 Sala­man­der, op. 107, Nr. 2
Geor­ges BizetCarmen — Près des remparts de Sévil­le
Felix Mendels­sohn-Barthol­dyAuf den Flügeln des Gesan­ges, op. 34, Nr. 2
 Soulei­ka, op. 34, Nr. 4
Johan­nes BrahmsVaria­tio­nen und Fuge über ein Thema von Händel, op. 24