27. März 2017 — HAZ

Erster Platz für Luca Okros

Klavier­wett­be­werb der Chopin-Gesell­schaft
Von Micha­el Meyer-Frerichs


Alle zwei Jahre veran­stal­tet die Chopin- Gesell­schaft Hanno­ver ihren inter­na­tio­na­len Klavier­wett­be­werb. Im Musik­le­ben Hanno­vers ist dieser hoch­ka­rä­tig besetz­te Wett­be­werb leider nicht so bekannt, wie er es verdient hätte. Mit den Profes­so­ren Bernd Goetz­ke (HMTM Hanno­ver) und Wolf­gang Manz (Musik­hoch­schu­le Nürn­berg) gehö­ren der fünf­köp­fi­gen Jury zwei Schü­ler des hanno­ver­schen Klavier­paps­tes Karl-Heinz Kämmer­ling an. Die weite­ren Mitglie­der sind Prof. Konrad Elser (Musik­hoch­schu­le Lübeck), Prof. Piotr Palecz­ny (Fryde­ryk-Chopin-Musik­uni­ver­si­tät Warschau) und Volker Hage­dorn (Brat­scher und Musik­jour­na­list),

Diese fünf Fach­leu­te müssen über Sieg und Plat­zie­rung der Kandi­da­ten entschei­den. Keine leich­te Aufga­be, wie Wolf­gang Manz bei der Preis­ver­lei­hung zugibt, entschei­den bei dem hohen Niveau der jungen Pianis­ten am Schluss doch oft weiche Krite­ri­en wie Tages­form und natür­lich auch Geschmack und musi­ka­li­sche Prägun­gen der einzel­nen Juro­ren.

Das Beson­de­re an diesem Wett­be­werb ist, dass er komplett ehren­amt­lich orga­ni­siert wird. Die Teil­neh­mer sind bei Gast­fa­mi­li­en unter­ge­bracht, das Cate­ring wird von Mitglie­dern der Chopin-Gesell­schaft und deren Ange­hö­ri­gen auf die Beine gestellt, und auch die gesam­te Arbeit im Vorfeld wird von Mitglie­dern der Gesell­schaft unent­gelt­lich erle­digt

In diesem Jahr war all dies mit noch mehr Arbeit verbun­den, da zum ersten Mal die Hoch­schu­le nicht zur Verfü­gung stand. Als Ausweich­quar­tier dien­te das Audi­to­ri­um des Spren­gel-Muse­ums. Leider kann die Akus­tik nicht mit der im Konzert­saal der Hoch­schu­le mithal­ten, der Flügel klingt etwas gedämpft, was wohl vor allem dem Stoff­vor­hang auf der Bühnen­rück­sei­te zuzu­schrei­ben ist.

Über jeden Zwei­fel erha­ben
Los geht es mit Verzö­ge­rung, da eini­ge Konzert­be­su­cher wegen der ange­spann­ten Park­platz­si­tua­ti­on am Masch­see nicht pünkt­lich erschie­nen waren. Für die Kandi­da­ten des Wett­be­werbs keine leich­te Aufga­be, ihre Konzen­tra­ti­on länger hoch zu halten. Die Kandi­da­ten, die es in die Endrun­de geschafft haben, kommen in diesem Jahr aus Geor­gi­en (Luca Okros), Russ­land (Anna Khomic­h­ko und Dmitry Rodi­o­nov) und Südko­rea (Sung-Jae Kim und Lucia Mihyun Ahn).

Tech­nisch sind alle fünf über jeden Zwei­fel erha­ben, sodass am Schluss vermut­lich tatsäch­lich Fakto­ren wie Programm­zu­sam­men­stel­lung, Gestal­tung von Klang und Dyna­mik, Phra­sie­rung und Ähnli­ches über die Plat­zie­run­gen entschie­den haben. Die Jury erkann­te Luca Okros den 1. Preis, Sung-Jae Kim den 2. Preis und Lucia Mihyun Ahn den 3. Preis zu. Die junge Korea­ne­rin erhielt zusätz­lich den Publi­kums­preis.