5 | Mati­née­kon­zert mit Pick­nick

Dasol Kim, Klavier | Rittergut Remeringhausen


Sommer­li­che Konzert­ma­ti­née mit dem Pianis­ten Da Sol

Das 35. sommer­li­che Mati­née­kon­zert mit anschlie­ßen­dem Pick­nick, jähr­lich veran­stal­tet von der Chopin-Gesell­schaft Hanno­ver, fand in diesem Jahr auf dem Ritter­gut Reme­ring­hau­sen statt. Der Erfolg dieses sehr belieb­ten Ereig­nis­ses ist enorm groß und auch an diesem Sonn­tag stimm­te einfach alles. 

Nur eine knap­pe Auto­stun­de von Hanno­ver entfernt befin­det sich, idyl­lisch gele­gen, das Ritter­gut Reme­ring­hau­sen. Mit Liebe zum Detail restau­riert und umge­ben von schöns­ter Natur ist dieses jahr­hun­der­te­al­te Anwe­sen ein idea­ler Ort für Konzer­te. Bei strah­lend blau­em Himmel konn­ten die zahl­reich erschie­ne­nen Mitglie­der und Freun­de der Chopin-Gesell­schaft einen musi­ka­li­schen Hoch­ge­nuss mit anschlie­ßen­dem Pick­nick erle­ben. 

Der korea­ni­sche Pianist Da Sol, Preis­trä­ger inter­na­tio­na­ler Wett­be­wer­be und gefrag­ter Solist, beein­druck­te mit Werken von Schu­bert und Chopin. Mit Schu­berts Sona­te Nr. 20 A‑Dur D 959 hatte sich der junge Künst­ler viel vorge­nom­men. Dieses späte, vier­sät­zi­ge Werk, kompo­niert in Schu­berts letz­ten Lebens­mo­na­ten, verlangt vom Pianis­ten viel Reife. Da Sol über­zeug­te mit tech­ni­schem Können, klang­li­cher Fülle und fein abge­stimm­ter Dyna­mik. Jedes Detail koste­te er sehr über­legt aus und der bedin­gungs­lo­se Zwang zum kanta­blen, lied­haf­ten Spiel, der den Lyri­ker Schu­bert so sehr auszeich­net, mach­te sein Spiel, beson­ders den zwei­ten Satz, zu einem Klang­er­leb­nis. 

Eben­so meis­ter­haft präsen­tier­te Da Sol die vier Balla­den von Chopin. Die epische Form der Balla­den, ihre kontras­tie­ren­den Elemen­te und der erzäh­len­de Charak­ter dieser gran­dio­sen Tondich­tun­gen sind immer wieder eindrucks­voll und jedes dieser Werk eine große pianis­ti­sche Heraus­for­de­rung. Da Sol spiel­te strin­gent und mit ener­gi­schem Zugriff. Die forma­le Komple­xi­tät kris­tal­li­sier­te er meis­ter­haft heraus. Ob lyrisch-sanft oder donnernd — gran­di­os, die klang­li­che und dyna­mi­sche Band­brei­te des Künst­lers fessel­te und animier­te die Zuhö­rer zu spon­ta­nem „Stan­ding Ovati­on“. Sicht­lich zufrie­den gab der Künst­ler noch Schu­manns Arabes­ke C‑Dur Op. 18 als Zuga­be. Dieses anmu­ti­ge und verwo­be­ne Klavier­stück gestal­te­te Da Sol verhal­ten, innig und zart. Beson­ders das orna­men­ta­le Eingangs­the­ma verzau­ber­te durch Anmut und dyna­mi­sche und agogi­sche Schat­tie­rung. 

Ein beson­de­res Konzert in einer beson­de­ren Umge­bung. Im Park des Ritter­gu­tes konn­ten sich die Gäste anschlie­ßend an einem reich­hal­ti­gen Buffet delek­tie­ren, die Natur genie­ßen und das Konzert­er­leb­nis nach­wir­ken lassen. 

Okka Mallek
Hanno­ver, 07.06. 2015

Dasol Kim

Bei einer Feri­en­rei­se zu Verwand­ten bekam Kim als Elfjäh­ri­ger ersten Kontakt zu einem Klavier. In den beiden Feri­en­wo­chen verbrach­te er viel Zeit an diesem Instru­ment und brach­te sich erste Stücke selbst bei. Beispiels­wei­se erlern­te er Bartóks Kinder­tän­ze für Klavier durch Abhö­ren und Nach­spie­len. Danach hatte er den unbe­ding­ten Wunsch, das Klavier­spiel profes­sio­nell zu erler­nen und schrieb sich an einer Musik­schu­le ein. Hier erlern­te er die Noten­schrift und erhielt seinen ersten Klavier­un­ter­richt.

Bereits mit 13 Jahren nahm er ein Klavier­stu­di­um an der Kunst­ober­schu­le in Busan bei Kim In-il auf und wurde Mitglied der Nach­wuchs­för­der­klas­se der Korean Natio­nal Univer­si­ty of Arts in Seoul bei Lim Jong-phil. Im Okto­ber 2006 führ­te er sein Klavier­stu­di­um im Ausland fort und wurde Meis­ter­schü­ler bei Gerald Fauth an der Hoch­schu­le für Musik und Thea­ter “Felix Mendels­sohn Barthol­dy” Leip­zig.

Da Sol Kim ist Erster Preis­trä­ger des MBC Broad­cas­ting-Musik­wett­be­werbs in Südko­rea und des Musik­wett­be­werbs der Univer­si­tät Ulsan. 2005 errang er den 1. Preis beim Inter­na­tio­na­len Musik­wett­be­werb Nago­ya (Japan) und den 2. Preis des Inter­na­tio­na­len Musik­wett­be­werbs Yun I‑sang in Gyeongnam (Südko­rea). 2006 war er Gewin­ner des Inter­na­tio­na­len Asia Chopin Wett­be­werbs in Japan und 2008 Preis­trä­ger des Inter­na­tio­na­len Klavier­wett­be­werbs in Genf. Den drit­ten Preis des Inter­na­tio­na­len Musik­wett­be­werbs der ARD 2011 in München errang er im Septem­ber 2011.

Im Novem­ber 2009 debü­tier­te er als Solist in Berlin mit Tschai­kow­skys Klavier­kon­zert op. 23 b‑moll. Unter der Leitung von Micha­el Sander­ling spiel­te er mehr­fach Klavier­kon­zer­te von Mozart mit der Deut­schen Strei­cher­phil­har­mo­nie. In der Saison 2010/2011 tritt er unter ande­rem mit dem MDR-Sinfo­nie­or­ches­ter im Gewand­haus Leip­zig und mit dem Kammer­or­ches­ter Berlin im Konzert­haus Berlin auf.

Im Juni 2012 gewann Da Sol Kim den zwei­ten Preis des Concours Géza Anda, im Okto­ber 2012 den 1. Preis beim inter­na­tio­na­len Wett­be­werb Kissin­ger Klavier­olymp.

Programm

Franz Schu­bertSona­te Nr. 20 A‑Dur D 959
Frédé­ric Chopin4 Balla­den